Wasser als braune Brühe strömt über den zu kleinen Bach-Durchlass und fliesst durch die Remisen hindurch während des Unwetters vom 14. Juni 2015 | Bild: M. Hanimann
Bild: Marco Hanimann

Hochwasseralarm in Sulgen!

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14. Juni 2015, so schnell werde ich diesen Tag nicht mehr vergessen. Nach einem heissen Tag waren am Abend heftige Gewitter angesagt. Gegen 19 Uhr vernahm ich von einem Streckenunterbruch der SBB-Linie Sulgen – Kradolf. Mir kam kurz ein Gedanke – hoffentlich kein Blitz, der in der Lokremise Sulgen ein Feuer entfachte. Um 22:30 rief mich ein Kollege an und berichtete mir, dass das ganze Areal der Lokremise Sulgen unter Wasser stünde. Noch sei nicht klar, wie hoch der Pegel tatsächlich gestiegen sei. Auch die im Freien abgestellte Be 4/4 sei betroffen. Mich erschauderte es; falls in die Motoren Wasser eingedrungen wäre, würde die Lok länger nicht mehr fahren können. Sollte Wasser in die Lager der C 5/6 gedrungen sein, so wäre die Wiederinbetriebnahme dieser Dampflok unserer bald 20-jährigen Bemühungen einmal mehr in Frage gestellt.

Ein Riesenpech, denn dies ist nun bereits das zweite Unglück innert Kürze. Im November 2013 stand das Fahrgestell der Dampflok und palettenweise Kleinmaterial in einer brennenden Halle, und jetzt wo das meiste wieder hergestellt ist, geht nun alles im Wasser unter!

Gewitter mit Starkregenfällen

In den Medien stand Kradolf, die Nachbargemeinde zu Sulgen, in allen Schlagzeilen. Mehrere übergelaufene Bäche setzten dort das halbe Dorf unter Wasser. In Sulgen hingegen schwoll hauptsächlich das an der Remise vorbeiziehende Wiesenbächlein zu einem reissenden Strom an. Dennoch war es in Sulgen weniger dramatisch, da dieser Bach „nur“ Schlamm, jedoch kein Geröll mitführte. Das Hauptproblem lag bei der Zufahrtsstrasse zur Remise, wo sich der Bach durch eine viel zu engen Röhre zwängen musste. Einerseits verursachte dies einen Rückstau und folglich floss das Wasser von der dahinterliegenden Schafweide zwischen den beiden Remisen hindurch, zum andern ergossen sich die Wassermassen direkt über die Zufahrtsstrasse und dahinter ins Bachbett zurück. Die zwischen den Remisen durchfliessende Flut bildete weiter vorne bei den Abstellgleisen einen See, bevor diese in Richtung Bahnhof und in die Strassenunterführung abfloss.

Der Tag danach

Am nächsten Tag stand für die Aufräumarbeiten eine Hand voll Helfer unermüdlich im Einsatz. Das Wasser floss recht schnell ab und ein Restwasser zog sich in die Gleisgrube der Lokremise zurück. Der noch feuchte Schlamm liess sich relativ gut abspritzen und so war der Remisenboden bis am Abend bereits wieder sauber.

Schadensbilanz

Wir dürfen getrost vermelden, dass wir bei diesem Schadenereignis insgesamt mit einem blauen Auge davongekommen sind. In der Lokremise stand das Wasser „nur“ 17 cm hoch. Die Loks bekamen so einzig nasse „Füsse“. Hohle Teile, Lager und Motoren blieben glücklicherweise von eindringendem Wasser verschont. Schlimmer sieht es abermals für die auf dem Boden lagernden Kleinteile aus, die erst vor kurzem frisch aufgearbeitet und nach Sulgen angeliefert wurden. Am meisten in Mitleidenschaft gezogen jene Teile, die in der Wagenremise lagerten. Dort stand das Wasser einen halben Meter hoch. Erneut also viel Arbeit und kostspielig, all diese Metallteile zu säubern und zu entrosten.

Spendenaufruf

Trotz dem erneuten Zwischenfall möchten wir am ambitiösen Ziel festhalten, die Dampflok «Elefant» C 5/6 2969 nächstes Jahr 2016 in Betrieb nehmen zu können. Finanziell ist die Fertigstellung noch nicht gesichert und wir sind Ihnen weiterhin um jede noch so kleine oder grössere Spende dankbar. Unterstützen Sie unser Elefantenprojekt C5/6 2969 jetzt mit einem Beitrag auf unser Postkonto 85-30747-6 Eurovapor Arbon, Vermerk ‚Revision C 5/6‘. Oder senden Sie uns eine Mail mit Ihrer Spendenzusage und wir werden Ihnen umgehend einen Einzahlungsschein zusenden. Wir freuen uns auf Ihren wertvollen Beitrag für die Fertigstellung des Projektes und danken dafür ganz herzlich im Voraus!

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