Erfolg und Pannen an der Rosenwoche

Da die Dampflok Eb 2/4 (J-S 35) der Dampfgruppe Balsthal dieses Sommerhalbjahr in Sulgen stationiert ist, ergab sich die günstige Gelegenheit, die Lok an der diesjährigen Rosen- und Kulturwoche in Bischofszell für Fahrten zwischen St. Gallen und Bischofszell einzusetzen. Der 24. Juni galt zudem ganz dem Thema „Nostalgie“, - und da passte ein Dampfzug genau richtig in Szene und unsere Fahrten zählten somit als Attraktion des Anlasses. Wir erhielten sogar den Auftrag, die am Fest auftretende Nostalgiegruppe nach Bischofszell zu befördern. Im ersten Zug ab St. Gallen konnten wir erfreulicherweise über 120 Personen befördern und die in nostalgischen Anzügen und Trachten gekleideten Leute sind in Bischofszell von einer riesigen Menschenmenge empfangen worden.

Bis der Lok der Dampf ausging…

Alles ging nach Plan und die Dampfkomposition trat pünktlich den Rückweg nach St. Gallen an. Nach Hauptwil in der andauernden Steigung verlor der Zug dann immer mehr an Geschwindigkeit und die Lok bekam immer mehr ihre Mühe. Besorgniserregend fiel die Geschwindigkeit schliesslich auf Schritttempo herab. Operativ musste zudem in Arnegg die Durchfahrt zurückgenommen und das Signal ins Ausweichgleis umgestellt werden, um den bereits auflaufenden Regionalzug passieren zu lassen. Unser Zug näherte sich dem Einfahrsignal und bis dann das Signal endlich wieder auf Fahrt stand, musste der Dampfregler zurückgenommen werden, was dann den letzten Schwung wegnahm und der Zug unweigerlich zum Stillstand kam. Nun gab es nichts anderes, als auf der Strecke Wasser zu kochen, bis wieder genügend Druck vorhanden war, um wenigsten in den Bahnhof Arnegg einzufahren. Dies gelang dann schliesslich nach ca. 15 Minuten. Schliesslich mussten wir erst die verspäteten Regionalzüge in Arnegg passieren lassen und weiterhin Wasser kochen, so dass wir letztendlich mit 1 Std. Verspätung in St. Fiden eintrafen. Schmerzlich war dann, dass wir demzufolge das nächste Zugpaar ausfallen lassen mussten und uns wesentliche Einnahmen entgingen. Um einen sicheren Betrieb an diesem Tag garantieren zu können, reihten wir dann die mit dem Kohlenachschub beauftragen und in St. Fiden abgestellte elektrische Be 4/4 dazwischen.

Wo lag das Problem?

Der Lokchef der Dampfgruppe Balsthal war dem Übel dann bald auf den Grund gekommen: Der Heizwert der in Sulgen geladenen Kohle war für die Lok in der langen Steigung ungenügend. Die Lok reagiert anscheinend sehr sensibel. Nächstes Mal kann dieses Malheur nicht mehr passieren, denn die Lokmannschaft bringt zukünftig ihre eigene Kohle mit.

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