Classic Bodensee
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EINE NEUE SCHIFFSGENERATION UND PRIVATISIERUNG DER STAATLICHEN SCHIFFFAHRT

1989 stellte die DB das Flaggschiff der heutigen Weißen Flotte in Dienst das MS Graf Zeppelin. Dieses Schiff, hauptsächlich für Sonderfahrten und Veranstaltungen gedacht, ersetzte das in Reserve stehende MS Kempten.

In den Jahren 1981, 1989, 1990, 1995 und 2001 verkaufte die DB die Raubvogel-Boote Sperber, Falke, Habicht, Adler II und Wasserburg ex Milan.

Die Schaffhausener Schifffahrtsgesellschaft ersetzte 1983 ihr MS Arenenberg I durch das MS Arenenberg II und stellte 1997 ihr neues Flaggschiff MS Munot II, das das MS Munot I ersetzte in Dienst.

Die ÖBB stellte 1990 mit dem MS Stadt Bregenz ein mittelgroßes Motorschiff für Ausflugsfahrten in Dienst, welches das MB Dornbirn ablöste.

Die Konstanzer Stadtwerke erweiterten ihre Fährflotte mit den MF Meersburg III (1980 für MF Linzgau) und MF Kreuzlingen auf sieben Schiffe, so dass jetzt sechs Fähren gleichzeitig Dienst tun und eine in Reserve steht.

1994 stellte die zur Deutschen Bahn AG gewordene DB das MS Königin Katharina in Dienst, das das MS Meersburg ex Schienerberg ablöste.

1996 stellten die jetzt privatisierten Bodenseeschiffsbetriebe, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, die neue Motorfähre Euregia gemeinsam mit der ebenfalls privatisierten Schweizerischen Bodenseeschifffahrt in Dienst. Diese Fähre neben dem Einsatz auf der ganzjährigen Verbindung Friedrichshafen-Romanshorn wird auch zu Sonderfahrten und Veranstaltungen herangezogen. 1998 und 1999 folgte eine umfangreiche Renovierung der Schiffe Baden und Schwaben.

Im Jahr 1999 feierten die Vereinigten Schifffahrtsunternehmen am Bodensee 175 Jahre Schifffahrt auf dem Bodensee mit einer eindrucksvollen Flottenparade mit allen Schiffen vor Friedrichshafen. Diese Veranstaltung war der letzte Einsatz des Lindauer MS Allgäu, dessen Betriebsgenehmigung Ende 1999 ablief. Die Bodenseeschiffsbetriebe (BSB) konnten sich nicht mehr zu einer Modernisierung durchringen, und so trat das größte Fahrgastschiff der deutschen Flotte im September 2001 nach einer einjährigen Liegezeit im Lindauer Hafen und einem kurzen Werftaufenthalt in Friedrichshafen seine letzte Fahrt zur Werft nach Fussach an, wo es im Frühsommer 2002 verschrottet wurde.

Im Sommer 2001 war das MS Kempten verschrottet worden, das nach 11 Jahren Liegezeit im Konstanzer Hafen zunächst als Restaurant in Meersburg einen Platz finden sollte. Diese Pläne zerschlugen sich im Winter 2000/2001 und so wurde das vom MS Konstanz nach Fussach geschleppte ehemals bayrische Motorschiff abgebrochen.

Auch die Schiffahrts AG Untersee und Rhein musste sich nach empfindlichen Einbußen im Hochwasserjahr 1999 von ihrem MS Kreuzlingen trennen, dessen Unterhalt und eine notwendige Erneuerung nicht mehr tragbar sind.
Das Schiff wurde von einem einheimischen Unternehmen gekauft und wird zukünftig ab Diessenhofen eingesetzt.

Erstmals seit 47 Jahren sollte im Oktober 2001 wieder eine "Wettfahrt um das Blaue Band des Bodensees" ausgetragen werden, bei der es diesmal nicht nur um Schnelligkeit sondern auch um Geschicklichkeit und Manövrierfähigkeit gehen sollte. Das Rennen zu dem sich neben acht Wettkampfschiffen der Vereinigten Schifffahrtsunternehmen auch fünf Zuschauerschiffe vor Immenstaad trafen, konnte wegen des dicken Nebels nicht ausgetragen werden. Es wurde zu einer kleinen Flottensternfahrt umfunktioniert und soll wiederholt werden.
Diese Wiederholung fand im April 2003 statt. Anlässlich der 32. Internationalen Flottensternfahrt trafen sich acht Wettkampfschiffe und fünf Zuschauerschiffe vor Meersburg. Nach einem spannenden Wettkampf, der aus schneller Fahrt, Wendemanövern und Parallelfahrt bestand, hieß der Sieger wieder einmal "Team Österreich". Das MS Austria hat zusammen mit dem MS Vorarlberg, nach 50 Jahren, erneut das "Blaue Band des Bodensees" erobert.

Nach zweijährigen Verhandlungen übernehmen die Konstanzer Stadtwerke im Mai 2003 die Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH (BSB), die nach der Privatisierung der Deutschen Bundesbahn 1994 als eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG geführt wurde. Neben dem Schiffsbestand erwirbt die Stadt Konstanz auch Immobilien und Grundstücke, da die meisten deutschen Hafenanlagen der BSB gehören. Die Bodensee-Schiffsbetriebe werden weiterhin als eigenständiges Unternehmen geführt.

Aufgrund seines schlechten Zustandes erhält das MS Friedrichshafen keine Zulassung mehr und wird 2003 im Konstanzer Hafen stillgelegt.

Im Sommer 2003 wurde am Bodensee ein rekordverdächtiger Niedrigwasserstand (für die Jahreszeit) verzeichnet. Es kam für die gesamte Personenschifffahrt zu Behinderungen. Die Rheinstrecke zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein musste gesperrt werden, ebenso wie der Konstanzer Seerhein. Auch Landestellen wie Bad Schachen, Bottighofen und Langenargen konnten nicht mehr angelaufen werden. Der "Alte Rhein" zwischen Altenrhein und Rheineck konnte nicht mehr befahren werden.

Im Winter 2003/2004 wird das MS Karlsruhe in der SBS-Werft in Romanshorn modernisiert und umgebaut. Auch die Fähre Fritz-Arnold der Konstanzer-Stadtwerke wurde in der Werft überholt, wobei der Salon auf dem Oberdeck im Stil der 1960er Jahre neu gestaltet wurde.

Die Saison 2004 begann mit der 33. Flottensternfahrt nach Bregenz, wo die österreichische Bodenseeschifffahrt ihren 120. Geburtstag feierte. Anlässlich dieses Jubiläums fand im Vorarlberger Landesmuseum eine Sonderausstellung zur Bodenseeschifffahrt statt.

Am 05. Mai stellen die Konstanzer-Stadtwerke nach elf Jahren wieder ein neues Fährschiff in Dienst. Dieses neue Schiff, das größte, das bisher den Bodensee befahren hat, wird auf den Namen "Tábor" getauft und ersetzt die Fähre "Thurgau", die ausgemustert und verschrottet wird.

Im September 04 kommt vom Bundesverwaltungsgericht Leipzig das endgültige OK für die neue Schnellboot-Verbindung zwischen Konstanz und Friedrichshafen. Das Gericht musste eingeschaltet werden, nachdem Naturschützer und Bodensee-Fischer gegen den Betrieb einer Schnellbootverbindung geklagt hatten. Der Bodensee-Katamaran kann gebaut werden. Im Winter 2004/2005 werden die vorbereiteten Schiffsteile für die zwei neuen Schnellboote aus Japan an die Bodan-Werft Kressbronn geliefert, wo sie im Frühjahr 2005 zusammengebaut werden. Am 01.07.2005 werden die beiden Bodensee-Katamarane auf die Namen "Constanze" und "Fridolin" getauft und feierlich in Dienst gestellt. Zum Jahresende 2004 wird MS Lindau stillgelegt. Grund ist der schlechte Zustand der Antriebsanlage.

Im Jahr 2005 feiert die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft ihr 150jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird in Romanshorn ein großes Hafenfest veranstaltet, zu dem auch die diesjährige Flottensternfahrt führte. Die Schweizerischen Bundesbahnen wollen ihre Aktienmehrheit an der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft (SBS) an die Stadt Konstanz verkaufen, die zwei Jahre nach dem Erwerb der Bodensee-Schiffsbetriebe einen weiteren Schiffsbetrieb, mit eigener Werft in Romanshorn übernehmen wollen. Die Verhandlungen ziehen sich das ganze Jahr 2005 hin, nachdem ein Mitarbeiter der SBS sein Aktien-Vorkaufsrecht geltend machen will.

Auch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wollen im Jahr 2005 ihren Geschäftsbereich "Bodensee-Schifffahrt", bestehend aus Grundstücken und Immobilien am Hafen von Bregenz und sechs Schiffen, verkaufen. Den Zuschlag erhalten im November die Vorarlberger Illwerke (74,9%) sowie der Touristikunternehmer Walter Klaus (25,1%). Zum Jahreswechsel erfolgt der rechtliche Übergang. Der Schiffsbetrieb firmiert zukünftig als Vorarlberg Lines - Bodenseeschifffahrt.

Zum Jahresende 2005 scheidet das mittlerweile 70jährige MS Überlingen (II) aus dem aktiven Dienst aus und wird am 10. Dezember 2005 mit einem ganztägigen Sonder-Kursverkehr zwischen Konstanz und Überlingen verabschiedet. Grund ist die ablaufende Betriebsgenehmigung und der hohe Aufwand für eine Renovierung. MS Überlingen wird Anfang 2006 verschrottet. Im Winter 2005/2006 wird das MS Mainau (II) an den Plattensee nach Ungarn verkauft, wo es jetzt als MS Klara verkehrt.

Anlässlich der Flottensternfahrt nach Lindau wird das neueste Flottenmitglied der Vorarlberg Lines am 29.04.06 auf den Namen "Alpenstadt Bludenz" getauft. Das neue 250-Personenschiff wurde 2004 von der Bodan-Werft, Kressbronn gebaut und als MS Bodan für Schiffscharter angeboten. Im Rahmen eines Auftrags der Vorarlberg Lines für ein Neubauschiff für 2007 wurde das kleine Schiff mitverkauft.

Die zweite große Schiffstaufe 2006 fand am 01.07. im Lindauer Hafen statt. Hier wurde das neue BSB-Galerieschiff MS Lindau (III) feierlich in Dienst gestellt. Dieses Schiff ersetzt seine Namensvorgängerin MS Lindau (II) und wird für Kurs-, Rund- und Charterfahrten eingesetzt.

Parallel zur Fertigstellung von MS Lindau (III) wird in der Bodan-Werft das Fährschiff Hegau der Konstanzer Stadtwerke verschrottet, das Ende 2004 ausgemustert worden war.

Im Dezember 2006 enden die fast zwei Jahre dauernden Verkaufsverhandlungen über die Aktienmehrheit an der SBS AG. Nachdem die Stadtwerke Konstanz 2005 schon wie der sichere Käufer aussahen, wurde der Schiffsbetrieb 2006 erneut zum Verkauf ausgeschrieben, nachdem von Seiten der Mitarbeiter, der Schweizerischen Bevölkerung und Politik heftige Proteste gegen einen Verkauf an Deutschland laut wurden. Sieger dieses Bieterwettbewerbes war die IG Bodensee, ein Zusammenschluss von Schweizer Investoren und dem Vorarlberg Lines-Besitzer Walter Klaus.

Am 28. Januar 2007 wird der dritte Bodensee-Katamaran auf den Namen "Ferdinand" getauft und in Friedrichshafen feierlich in Dienst gestellt.

60 Jahre nach dem Besuch von Kindern aus dem zerstörten Nachkriegsdeutschland in der Schweiz erinnern über 2.000 Freizeit- und Fahrgastschiffe mit einer einmaligen Schiffskette zwischen Friedrichshafen und Romanshorn an diese freundnachbarschaftliche Aktion. Organisiert wurde dieses Ereignis vom Verein "Schweizer Kinder".

Im Winterhalbjahr 2007/2008 wird das Konstanzer MS München für 2,3 Millionen Euro komplett überholt und modernisiert.

Nach zweijähriger Bauzeit kann am 18.09.2008 das Österreichisch/Schweizerische Eventschiff MS Sonnenkönigin, ein Projekt des Vorarlberg Lines - Eigentümers Walter Klaus vor Friedrichshafen getauft und in Dienst gestellt werden. Mit diesem nun größten Personenfahrgastschiff auf dem Bodensee sollen Charter- und Eventfahrten für exklusive Veranstaltungen angeboten werden. Heimathäfen sind Bregenz und Rorschach.

Zum Saisonende 2008 wird das 53jährige MB Feldkirch von den Vorarlberg Lines ausgemustert und in Fussach abgestellt.

 
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